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 Betreff des Beitrags: Re: Die Christliche Dreieinigkeit
BeitragVerfasst: So 2. Okt 2011, 08:25 
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auf dem Schloss
Sooo mir reicht da jetzt eigentlich schon EIN Punkt, um zu widerlegen, dass du bei der Trinität irgendwie nicht ganz logisch unterwegs bist.

Der Mensch besteht für dich aus Körper Geist und Seele. Das sagst du jetzt einfach mal so. Der Geist und die Seele sind aber eins. Sie unterscheiden sich höchstens in der Emotion. Der Geist denkt logisch die Seele ist das was angeblich am Ende noch übrig bleibt von uns. Also ist der Geist die Seele beim lebendigen und die Seele der Geist beim Toten.

Ich weiß, dass da jetzt wieder Erklärungen kommen werden, um den Unterschied aufzuzeigen. Nur zu. ICH bin auch ziemlich überzeugt von meinen Meinungen. grins.


Dann nocheinmal zum Universum als materielles Gebilde: Meiner Meinung nach ist es nicht begrenzt.

Dass es sehr groß ist ist klar, wie groß es ist allerdings nicht. Dass es begrenzt ist kann man nicht beweisen. Aber es wäre unlogisch anzunehmen es wäre begrenzt nur weil auf Erden manche Dinge wie die Zelle Begrenzungen aufweisen. Wenn du allerdings einmal weiter überlegst sind es eben nur BEgrenzungen. Und keine absoluten Enden.

Du bechreibst es ja schon selbst: Vom Atom zur Zelle von der Zelle zum Planeten vom Sonnensystem zum Univerum. Beim Universzum ist aber kein Stop, nur weil unsere Vorstellungskraft und unsere technischen Möglichkeiten es nicht zulassen weiterzudenken. Eventuell meinst du ja, dass es Grenzen im Universum gibt aber dass dahinter sich etwas Neues oder Weiteres befindet? Dann kämen wir zusammen in unserer Ansicht.

Gruß

Baroness

Im Übrigen hat auch der Geist keine Grenzen bei denen man dahinter nichts findet. Die Erkenntnis über etwas ist noch keine Grenze die nicht immer und immerwieder überwunden werden kann und oft sind Erkenntnisse von gestern neuen Erkenntnisen von morgen gewichen.

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Adel verpflichtet
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 Betreff des Beitrags: Re: Die Christliche Dreieinigkeit
BeitragVerfasst: So 16. Okt 2011, 13:50 
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Di 2. Aug 2011, 17:36

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Hallo Loki !

Danke für deinen umfangreichen Beitrag.

Loki hat geschrieben:
"Ist die Dreieinigkeit ein Konzept oder eine Realität?"


Du hast ja in deinem Beitrag schon durchblicken lassen, daß du sie für eine Realität hälst, ich halte sie für ein Konzept (wie sicher auch schon an meinen Beiträgen erkennbar ist). Durchaus ein Konzept der Realität, aber auf alle Fälle ein Konzept. Im Sinne der christlichen Dreieinigkeit ist sie allerdings bloß noch ein schlechtes Konstrukt. Genau wie alle heutigen institutionelle Systeme der Christen ein Konstrukt darstellen.


Zitat:
Vorneweg:
Viele Wahrheiten sind von "Kirchenvätern" verdreht worden, um die Wahrheit zu verschleiern und Erkenntnis zu verunmöglichen.
Die Anfänge dazu waren schon vor dem ersten Konzil in Niccäa, und wurden mit diesem erst "amtlich".


Sehe ich anders. Es macht nicht den Anschein, als hätten die Kirchenväter hier in böser Absicht gehandelt. Zumindest nicht in der Zeit, als sich die in der Entstehung befindliche Orthodoxie gegen die gnostische und esoterische Bewegung der Valentinianer abgrenzte. Hier lag es einfach an aufrechtigen Mangel an Verständnis. Irenäus forderte sicher nicht die Vernichtung gnostischer Schriften, weil er ihre Wahrheit fürchtete, sondern weil er wirklich davon überzeugt war, daß sie der Kirche und den Gläubigen schaden und einen Irrglauben darstellen würden.


Zitat:
Grobi hat den arischen Glauben schon angesprochen, meines Wissens nach waren die Vandalen der letzte Stammesverband, der diesem Glauben angehörte. Schon hier sieht man die Wahrheitsverdrehungen der ersten "Kirchenväter und Geschichtsschreiber", denn die Vandalen waren um einiges besser als ihr Ruf und vor allem waren sie m. E. damals die letzten echten Christen, weil sie keinen "intellektualisierten, kirchlichen-apostolischen" Glauben, sondern den LEBENDIGEN GLAUBEN hatten.


Wie die Vandalen ihren Glauben lebten, ist heute wohl schwer rekonstruierbar, ob Arius aber noch eine Nähe zum ursprünglichen Christentum hatte, möchte ich bezweifeln. Der Streit entfachte sich ja auch ausschließlich an der unterschiedlichen Definition der Dreifaltigkeit und damit an der Auffassung über Jesus selbst. Irgendwelche Anzeichen, daß Arius dazu aufforderte Jesu Ideal zu folgen und ihm gleich zu werden, finde ich nicht. Die Sichtweise der Dreieinigkeit war bei Arius lediglich näher am Neuplatonismus, ansonsten sehe ich hier den Konflikt zweier Irrglauben.

Zitat:
An der Dreieinigkeit vollzog sich die "Kirchenspaltung", weil eben die ersten Päpste auf dem Konzept der Dreieinigkeit bestanden.


Die ersten Päpste kannten kein Konzept der Dreieinigkeit. Das entstand erst später

Zitat:
Deswegen meine Bitte:
Verwechselt nicht das tatsächliche EINS-SEIN von Gott, Jesus und Hl. Geist mit dem Konzept der Dreieinigkeit!

Ich erkläre das mal soo:
Der Mensch ist eine Einheit aus Seele, Geist und Körper, also ist auch der Mensch eine Dreieinigkeit (Zwischenruf: "muss er ja auch sein: Wie oben, so unten, der Mensch ist nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen...")
Die Kirchenväter haben dieses Konzept jedoch verdreht, und haben Jesus von Gott und vom hl. Geist getrennt, und das ist genauso, als würde ich nun mit Grobi sprechen und ein Zuseher sagt: "Loki hat mit dem Körper von Grobi gesprochen".
Versteht Ihr, was ich meine?
Ich kann Grobi nicht "trennen" in Körper, Geist und Seele, denn um mit ihm zu sprechen muss "mein Geist durch meinen Körper fliessen" = ich muss sprechen, und im besten Falle vermittelt mein Geist durch meinen Körper Botschaften meiner Seele. Und beim Zuhörer ist das genauso: Der Körper empfängt sinnlich die Botschaft, die dann vermittels des Geistes der Seele einverleibt werden kann.

Man kann also nicht trennen zwischen Seele, Geist und Körper, und genausowenig kann man Gott in Vater-Hl.Geist-Sohn auftrennen, obwohl es eine "Realität" ist, daß diese Drei Eins sind.

Der Vater ist die "All-Seele",
der Geist ist das, was aus dem Vater wirkt, also das WORT,
und das Wort ist Fleisch/Körper geworden in Jesus Christus.


Ok, "Der Vater ist die "All-Seele",
der Geist ist das, was aus dem Vater wirkt, also das WORT," kann man noch als Neuplatonismus verstehen, "und das Wort ist Fleisch/Körper geworden in Jesus Christus" ist aber eine rein christliche Vorstellung. Im Neuplatonismus hat der Logos nichts mit der Dreieinigkeit to hen-nous-Weltseele zu tun, sondern ist einzig Mittler zwischen Gott und der Welt. Diesen in das Konzept der Dreifaltigkeit pressen zu wollen halte ich für falsch.

Auch den Vergleich zwischen der Dreieinigkeit Gottes und der Dreieinigkeit Körper-Geist-Seele finde ich nur oberflächlich passend, da die göttlichen Hypostasen in anderem Verhältnis zueinander stehen als Körper-Geist-Seele zueinander.

Ein "EINS-SEIN von Gott, Jesus und Hl. Geist" sehe ich als Jesu Bewußtsein des eins sein mit allem, genauso wie jeder Mensch mit allem Verbunden ist und sobald er sich von der Trennung trennt auch eins ist mit allem. Jesus hier in das Konzept der Dreifaltigkeit aufzunehmen, trennt ihn nur unnötig vom Rst der Menschen und gibt die falsche Vorstellung, daß Jesu göttlichkeit nur diesem vorbehalten sei und ihn von anderen Menschen unterscheidet.
Das ganze ist natürlich eine Glaubensfrage. Wer der Überzeugung ist, Jesu sei als Idol zu verehren oder gar als direkte Emanantion Gottes zu verstehen, wird meiner Argumentation nicht folgen. Andererseits denke ich, daß, wer Jesus als Ideal, das man selbst erreichen kann sieht, nicht anders können sollte, als der Argumentation zu folgen, daß er nichts in der Dreifaltigkeit zu suchen hat.


Zitat:
Gut. Warum aber DREIeinigkeit?

Denkt mathematisch/geometrisch, und es wird klar:

1 . ist Gott, der Punkt/die Einheit, wo Alles enthalten ist.
2 _ ist der Geist, ein zielgerichteter Strich, der Wille, Logos
3 A ist die erste Räumlichkeit, der "Körper der Dreieinigkeit",
und aus dieser Dreieinigkeit entstand dann die
4 die materielle (Mater = Mutter) Schöpfung und in dieser die
5 das magische Wesen, der Mensch...


Gefällt mir. Abgesehen vom Logos, den ich anders verstehe, eignet sich dieses Bild sehr gut, eine erste Vorstellung der ersten Emanationen und wie Geist Raum und Materie zueinander stehen zu erhalten.

Zitat:
Notabene: Ich sag Euch nun "die Wahrheit", soweit ich sie bisher begreifen konnte:

Dieses gesamte Universum, in dem wir leben, erscheint relativ gross, ist aber begrenzt, ähnlich einer Zelle im menschlichen Körper. Und - wie oben so unten - diese ganze "Universum-/All-zelle" (Hülsenglobe, -> J. Lorber) ist nur eine von unzähligen anderen All-Zellen, die wiederum zusammen, - wie die Körperzellen eines Menschen, einen grossen Engel ausmachen, nämlich Lucifer, den gefallenen Engel, bzw. der Engel, der sich so weit von Gott entfernt hat, daß er in die Materie fiel, das bedeutet: Lucifer ist diese Materie, da sein Lichtkörper "gefroren ist" -> A. Einstein: "Materie ist eigentlich nichts anderes als gefrorenes Licht."

Also: Dieses gesamte Universum ist nur eine winzige Zelle im "All-Menschen", und dieser All-Mensch ist die Gesamtheit der "Materie", des "gebundenen Feststoffes" und ja: Gott scheint Vielfalt und exponentiale Steigerungen wirklich zu lieben ;-)
Denn Lucifer war/ist zwar ein Erzengel, hatte also einen seehr grossen Lichtkörper aus dem Materie entstehen konnte, aber er war ja nur einer von vielen Erzengeln und Lucifer fiel ja aus einer geistig-himmlisch-feinstofflichen Welt hinaus, und nun kann man beginnen, sich eine ungefähre Vorstellung von der Grösse der geistigen Schöpfung zu machen ;)


Abgefahrn ! Möchtest du das Wörtlich oder Bildlich verstanden wissen ?

Zitat:
aber ich war ja grad bei der Frage, wo denn nun der Körper Gottes vor der Fleischwerdung in Jesu war. Weil: Vor der Fleischwerdung in Jesu war der Körper Gottes die Gesamtheit aller geistigen und materiellen Schöpfung, und von dem her fiel es Ihm auch schwer, sich mit seinen Geschöpfen zu unterhalten, weil Er einfach zu gewaltig war. Im AT sprach Er ja noch durch Metatron, das "Sprachrohr Gottes".


Du sprichst hier von Gott, wie von einer Person. Ich sehe Gott gänzlich anders. Gott entfaltet sich in der gesamten Schöpfung und spricht so zu uns. Wir können ihm sowohl im Äußeren als auch in uns selbst finden, daher benötigt Gott keinen Metatron oder Jesus um sich uns mitzuteilen.

Zitat:
Dies Bild zeigt es eigentlich ganz gut:
...
Die Dreieinigkeit/geistige Schöpfung ist oben, und die (rechteckige) materielle Schöpfung ist unterhalb, hierher fiel Lucifer, der Adam Kadmos, und hier inkarniert der Adam Anthropos (Mensch), und hier inkarnierte auch Gott selbst.


Das Bild gefällt mir. (Schätze, das Copyright ist abgelaufen, sonst hättest du es doch sicher mit angegeben, oder ? ;))
Nun darf man natürlich Begriffe wie Lucifer, Adam Kadmos und
Adam Anthropos nicht dogmatisch sehen und keinesfalls als reale Personen verstehen. Die Formulierung, Gott selbst inkarniere in die materielle Schöpfung finde ich allerdings nicht ganz zutreffend, ich würde hier lieber bei emaniert bleiben. Emanierte Aspekte Gottes können m.E. inkarnieren, nicht aber Gott, als Ursprung von allem, selbst. Dies würde auch den Ansichten aller Religionen und Lehren, die Inkarnationen göttlicher Aspekte (z.B. die hinduistischen Avatare) propagieren, widersprechen.

Zitat:
Und weil Er inkarnierte, hat Er seitdem auch einen (feinstofflichen) Körper, mit dem Er sich seinen Geschöpfen "von Angesicht zu Angesicht" mitteilen kann!
Das war nämlich der Sinn der ganzen Sache.

und jetzt kommts auf den Nachsatz au nimmer drauf an :D
Die Dreieinigkeit als "geistig-himmlische" Welten gedacht und
nach unten gespiegelt als "menschlich-höllische" Welten dazu
sind wir bei der Merkaba und der materiellen Welt innerhalb der nach oben und nach unten gerichteten Pyramiden, innerhalb der Polaritäten, aber das ist dann ein wirklich anderes Thema :-)


Weiter oben schreibst du: "und ja: Gott scheint Vielfalt und exponentiale Steigerungen wirklich zu lieben"
Heißt das nicht, daß Gott die Materie liebt ? Natürlich, wenn Gott die "Schöpfung" liebt, liebt er auch die Materie, schließlich emanierte sie ja aus ihm. Nicht als zwangsläufiges Übel, sondern als natürlichen Lauf der Dinge.
Doch wie passt dann ein dualistisches System geistig-himmlisch / menschlich-höllisch in die Vorstellung, daß Gott die Materie liebt ?
Zuerst muß sich erstmal die Frage stellen, ob Gott denn wirklich liebt. Wer diese Frage bejaht, stellt sich unter Gott etwas anderes vor, als man sich unter dem Ursprünglichen, dem hellenistischen to hen oder kabbalistischen en soph vorstellt.
Zum anderen sollte der Glaube an Dualismus höchst temporär und keinesfalls endgültig sein. Wer den Dualismus erkennt, ist durchaus schon auf einer höheren Stufe der Erkenntnis, eine noch höhere Erkenntnisstufe hat aber erreicht, wer darüberhinaus schauen kann und feststellen konnte, daß jeglicher Dualismus, sofern er auf Erkenntnis basiert, selbst bloß ein Teil der Einheit ist. Im Laufe fortschreitender Erkenntnis, wird die Idee des Dualismus zwangsläufig fallen gelassen und als bloßes Werkzeug erkannt werden, das zwar nützlich, aber unsinnig war. Letztlich ist der Dualismus mit dem Irrtum verbunden, aus dem das der Erkenntnis scheinbar entgegenstehende entspringt und durch Transzendenz überwunden wird. Dieser scheinbare Gegensatz selbst ist aber auch nicht als Dualismus zu verstehen, da der Irrtum der Erkenntnis ja nur scheinbar und nicht wirklich entgegensteht. Nur was aus der Erkenntnis heraus formuliert wird ist wahr. Wenn etas aus dem Irrtum heraus formuliert wird, ist es nicht existent. Und etwas das nicht existemt ist kann auch nicht wirklich einer Wahrheit entgegenstehen. Daher kann es letztendlich keine wirkliche Dualität geben.

Auch wenn meine Antwort wohl nicht den Eindruck danach macht, hat mir dein Beitrag schon gefallen, auch wenn ich in einigen Punkten anderer Meinung bin. Auf alle Fälle hat er mich zum Nachdenken angeregt und vielleicht werden mir mit der Zeit einige Aspekte einleuchtender erscheinen, als es momentan der Fall ist. Hoffe bald mehr von dir zu lesen.

Gruß
Grobi

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Christliche Dreieinigkeit
BeitragVerfasst: Mo 24. Okt 2011, 12:35 
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Hey Grobi,

danke für Deine ausführliche Antwort, sie hat mir sehr gut gefallen, schau mer mal, was mir dazu einfällt :P

Zitat:
Zuerst muß sich erstmal die Frage stellen, ob Gott denn wirklich liebt.

Ja, "Gott" liebt m. E., doch nennen wir ihn bitte doch lieber "Abwun", wenn "der Vater" gemeint ist. JC ist "der Sohn" und der "Hl. Geist" ist "das Fluidum, in dem alles existiert".

Diese drei sind natürlich nur EINER, aber Abwun selbst könnte nie auf die Erde, weil er eben das Grössere ist, aus/in dem die Erde enthalten ist, deswegen hat Er JC "geschickt", Er inkarnierte.

Zitat:
Wer diese Frage bejaht, stellt sich unter Gott etwas anderes vor, als man sich unter dem Ursprünglichen, dem hellenistischen to hen oder kabbalistischen en soph vorstellt.

Hm, das to hen kenn ich nicht, aber meines Wissens/meiner Ansicht nach ist en soph in der Kabbala nicht Gott, oder? Gott ist doch "in" Kether?

Meine Ansicht zu En soph an sich... hmm, stell Dir Deinen Atem vor, und stell Dir dazu vor, daß Du mit jedem Atemzug eine feste Absicht entsenden willst: Du wirst kurz sinnieren, bevor Du ausatmest. Ähnlich ist En soph, aus dem Ain Soph Aur wird, die Ahnung, die Reflektion, das Licht und dann kommt das Wort, der Hinaus-Atem.

"Und Gott war das Wort", und trotzdem ist Er es, der die Schöpfung hinausatmet, der also viel grösser ist als das Wort oder als en soph.

En soph ist "nur" das Sinnieren Gottes vor dem nächsten Wort,
auch wenn es für uns das grenzenloseste, weiseste Licht ist.

Zitat:
Im Sinne der christlichen Dreieinigkeit ... bloß noch ein schlechtes Konstrukt. Genau wie alle heutigen institutionelle Systeme der Christen ein Konstrukt darstellen.

Da stimme ich Dir vollkommen und absolut zu.

Zitat:
Zitat:
Wahrheit zu verschleiern und Erkenntnis zu verunmöglichen.

Sehe ich anders.
nicht den Anschein... in böser Absicht .. Zumindest nicht in der Zeit... die gnostische und esoterische Bewegung der Valentinianer ...
Hier lag es einfach an aufrechtigen Mangel an Verständnis.

In dieser Zeit kenne ich mich zu wenig aus, da muss ich mich auf JC verlassen, der zu seinen Lebzeiten sagte, daß schon sehr bald nach Ihm die ersten beginnen würden, seine Botschaft zu verschleiern, was ihnen aber im Kern nicht gelingen würde.
Aber schon ein "Papst", geschweige denn "Stellvertreter JC´s auf Erden" ist ein Affront gegen den Herrn. "Vicarius Filii Dei" = Stellvertreter des Sohnes Gottes = 666 und zudem bedeutet die griechische Vorsilbe "Anti-" auch noch "an Stelle von".
Sind schon sehr viele offensichtliche Zufälle.

Zitat:
... ob Arius aber noch eine Nähe zum ursprünglichen Christentum hatte, möchte ich bezweifeln.

na, ich denke mal, daß es einfach ne Zeit gedauert hat, bis das "ursprüngliche Christentum", also der/die erste(n) Apostel, so weit nach Nordeuropa kam(en).
Und die Vandalen hatten es dann scheinbar begriffen

Zitat:
Der Streit entfachte sich ja auch ausschließlich an der unterschiedlichen Definition der Dreifaltigkeit und damit an der Auffassung über Jesus selbst.

Ja, so hab ich es auch verstanden, und weil die Vandalen wussten, daß ihre Zeit vorbei ist, haben sie sich dann auch einfach ausrotten lassen, so hab ich gelesen.
...aber das liegt sehr lange zurück, und ist von daher halt ne Frage, wie man es am liebsten sehen will...

Zitat:
Ok, "Der Vater ist die "All-Seele",
der Geist ist das, was aus dem Vater wirkt, also das WORT,"
kann man noch als Neuplatonismus verstehen,
"und das Wort ist Fleisch/Körper geworden in Jesus Christus"
ist aber eine rein christliche Vorstellung.
Im Neuplatonismus hat der Logos nichts mit der Dreieinigkeit to hen-nous-Weltseele zu tun, sondern ist einzig Mittler zwischen Gott und der Welt. Diesen in das Konzept der Dreifaltigkeit pressen zu wollen halte ich für falsch.

...ich will ja nix irgendwo reinpressen, schon gar nicht in ein "Konzept" und den Neuplatonismus kenn ich nicht.

Zitat:
Auch den Vergleich zwischen der Dreieinigkeit Gottes und der Dreieinigkeit Körper-Geist-Seele finde ich nur oberflächlich passend, da die göttlichen Hypostasen in anderem Verhältnis zueinander stehen als Körper-Geist-Seele zueinander.

Wieso? Der Körper ist das Kleinste, der Geist ist "Aufrechterhalter der Materie" und "ausströmendes Fluidum" und die Seele ist das Grosse, in dem alles drin ist.

Wie oben, so unten.

Zitat:
...Jesu Bewußtsein des eins sein mit allem...
Jesus hier in das Konzept der Dreifaltigkeit aufzunehmen... gibt die falsche Vorstellung, daß Jesu göttlichkeit nur diesem vorbehalten sei und ihn von anderen Menschen unterscheidet.

JC zu "Vermenschlichen" ist seit langer Zeit eine Bestrebung unguter Mächte -> New Age

Zitat:
Das ganze ist natürlich eine Glaubensfrage.

oder auch eine Überzeugungssache, ich brauch nix glauben, weil ich´s ja weiss :P

Zitat:
Wer der Überzeugung ist, Jesu sei als Idol zu verehren oder gar als direkte Emanantion Gottes zu verstehen

Jesus als Idol i. d. S.: nein, keinesfalls,
Er ist für mich die Inkarnation von Gott, dem Herrn, aber Er ist kein "Idol".

:P ...aber diese unsere verschiedenen Standpunkte dürften ja nun inzwischen klar sein... :P

Zitat:
...wird meiner Argumentation nicht folgen.
Andererseits denke ich, daß, wer Jesus als Ideal, das man selbst erreichen kann sieht, nicht anders können sollte, als der Argumentation zu folgen, daß er nichts in der Dreifaltigkeit zu suchen hat.

Ich kann Deiner Argumentation schon folgen, ich kann sie auch verstehen,
aber Deine Sichtweise ist eben nicht meine.
Aus Deiner Sicht hast Du m. E. vollkommen recht, wenn Du sagst,
daß ein "nur-menschlicher" JC in der Dreifaltigkeit nix zu suchen hat.

Zitat:
Zitat:
Also: Dieses gesamte Universum ist nur eine winzige Zelle im "All-Menschen", und dieser All-Mensch ist die Gesamtheit der "Materie", des "gebundenen Feststoffes" und ja: Gott scheint Vielfalt und exponentiale Steigerungen wirklich zu lieben
Denn Lucifer war/ist zwar ein Erzengel, hatte also einen seehr grossen Lichtkörper aus dem Materie entstehen konnte, aber er war ja nur einer von vielen Erzengeln und Lucifer fiel ja aus einer geistig-himmlisch-feinstofflichen Welt hinaus, und nun kann man beginnen, sich eine ungefähre Vorstellung von der Grösse der geistigen Schöpfung zu machen



Abgefahrn ! Möchtest du das Wörtlich oder Bildlich verstanden wissen ?

Ich möchte das als ziemliche genaue Worte für ein ziemlich grosses, tatsächliches Bild verstanden wissen, wie es sich uns böte, wenn wir grösser als die gesamte materielle Schöpfung wären und sie quasi von aussen betrachten könnten :P

Zitat:
Zitat:
wo ... nun der Körper Gottes vor der Fleischwerdung in Jesu war
.

Du sprichst hier von Gott, wie von einer Person. Ich sehe Gott gänzlich anders.

Gott entfaltet sich in der gesamten Schöpfung und spricht so zu uns.
Wir können ihm sowohl im Äußeren als auch in uns selbst finden, daher benötigt Gott keinen Metatron oder Jesus um sich uns mitzuteilen.

Gut, daß ich persönlich Abwun als "allererste und eigentlich einzige und liebende Person" betrachte, ist ja inzwischen klar.

Wie Du Gott siehst, kann ich nachvollziehen, denn so sah ich Ihn ja auch lange, aber um genauer auf diese Thematik einzugehen, möchte ich auf den Thread "Blase der Wahrnehmung" verweisen, wo ich hernach noch was beitragen möchte...


Zitat:
Das Bild gefällt mir. (Schätze, das Copyright ist abgelaufen, sonst hättest du es doch sicher mit angegeben, oder ? )

uups, nun trau ich mich gar nimmer zu zitieren oder zu verlinken, da mir diese Copyright-Gesetze ein wengerl zu kompliziert sind.

Werde aber bei Gelegenheit die Forenregeln nomal genau durchlesen, - versprochen.

Zitat:
Nun darf man natürlich Begriffe wie Lucifer, Adam Kadmos und
Adam Anthropos nicht dogmatisch sehen und keinesfalls als reale Personen verstehen.

naja, "dürfen" ist so ne Sache...

ich sehe "Adam Kadmos" als eine andere Bezeichnung für "Lucifer", diesen ersten "materiellen Menschen", - der grosse Mensch halt...

und ich verstehe sie als "real", aber nicht im Sinne von "Personen", sondern von "geschaffenen Wesen".

Der Erzengel Michael ist für mich z. B. keine "Person", aber auch kein "Prinzip", sondern eben ein Erzengel, also ein grosses Lichtwesen.

Zitat:
Dies würde auch den Ansichten aller Religionen und Lehren, die Inkarnationen göttlicher Aspekte (z.B. die hinduistischen Avatare) propagieren, widersprechen.


Dabei vergisst Du m. E., daß die meisten Religionen sehr viel älter sind, und von daher von der Inkarnation Gottes als JC nix wissen konnten...

Zitat:
Weiter oben schreibst du: "und ja: Gott scheint Vielfalt und exponentiale Steigerungen wirklich zu lieben"
Heißt das nicht, daß Gott die Materie liebt ? Natürlich, wenn Gott die "Schöpfung" liebt, liebt er auch die Materie, schließlich emanierte sie ja aus ihm. Nicht als zwangsläufiges Übel, sondern als natürlichen Lauf der Dinge.
Doch wie passt dann ein dualistisches System geistig-himmlisch / menschlich-höllisch in die Vorstellung, daß Gott die Materie liebt ?

zuerst: Gott liebt anders als wir Menschen, da bei Ihm "die Weisheit die Ursache der Liebe" ist, und Er kann von daher auch ermessen, welche Wege für seine Geschöpfe die Geeignetsten sind.

Er liebt die Materie als "den verlorenen Sohn", den Adam Kadmos, Lucifer, den er "verloren" hat, weil sich dieser von Ihm, vom Urlicht, entfernte, und dadurch "gefror", eben zur Materie wurde. Die Rückkehr dieses verlorenen Sohnes geschieht aber durch "den Aufstieg" bewusster Menschen, und von daher heisst es, daß Gott den einen Sünder (Mensch -> Erbsünde) mehr liebt, als alle seine Heerscharen von Engeln, - welche ja im Endeffekt "nur" kleine Finger Gottes sind, während der bewusste Mensch, der zum Kind Gottes wurde, durch eigene, erworbene Weisheit zwischen "Gut und Böse" zu unterscheiden gelernt hat und seinen freien Willen weiterhin behält.

Zitat:
der Glaube an Dualismus höchst temporär und keinesfalls endgültig

der "Glaube an Dualismus"??

Ich muss doch nicht an Dualismus "glauben", um z. B. mit einer Frau in bestimmten Momenten das Gefühl der Einheit teilen zu können...

Zitat:
Wer den Dualismus erkennt, ist durchaus schon auf einer höheren Stufe der Erkenntnis,
eine noch höhere Erkenntnisstufe...

ich bin immer vorsichtig mit "Erkenntnisstufen", die sind alle immer sehr menschengemacht und urteilsbehaftet. M. E. kann ein einfacher Bauer mehr erkannt und begriffen haben als ein gelehrter Unitätsprofessor.

Aber nochmal zum Dualismus:
das Yin-Yang-Symbol zeigt doch die Verhältnisse sehr genau:
Ein Kreis mit zwei Hälften, die sich durchdringen.

Der sog. "Dualismus" war von Anfang an eine Fehlinterpretation des Westens und er sollte immer als die "Dualität der Einheit" gesehen werden, nicht als Dualität an sich...

Zitat:
Nur was aus der Erkenntnis heraus formuliert wird ist wahr. Wenn etas aus dem Irrtum heraus formuliert wird, ist es nicht existent.

Hier liegt ein m. E. grosser Denkfehler:
Wir Menschen sind tatsächliche Ebenbilder Gottes, also mit freiem Willen und Schöpferkraft ausgestattet, und vermittels dieser Schöpferkraft werden auch Irrtümer existent, und zwar in den von Menschen geschaffenen Reichen. Wenn Du nach links siehst, auf den Sechsstern, dieser ist ein besseres, genaueres Bild für die Dualität als das Ying-Yang:
EinePyramide nach oben: die geistige Schöpfung, "Gottes Reich", die Himmel
eine Pyramide nach unten: die menschliche Schöpfung, "reale Traumwelten", die Höllen
und in der Mitte sowohl Gott, der beide Hälften im Gleichgewicht hält, als auch die Erde und der Mensch, der diesen beiden Richtungen/Kräften zu jeder Sekunde seines Lebens ausgesetzt ist. -> Merkaba

und
Zitat:
Daher kann es letztendlich keine wirkliche Dualität geben.

...sagte Satan und verschenkte ganze Reiche (in der nach unten zeigenden Pyramide) an gutgläubige New-Age-Anhänger :lol:

LG,

Andreas
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 Betreff des Beitrags: Re: Die Christliche Dreieinigkeit
BeitragVerfasst: Di 15. Nov 2011, 17:26 
Nun denn, ich las hier nicht alle Beiträge durch.
Die Dreieinigkeit geht doch durch Jesus hervor.
Er lehrte nicht nur Gottes Wort, sondern er verkörperte Gottes Wesen und die Zukunft Gottes auf eine besondere Art und Weise.
Hinzu kommt, er begegnete den Aposteln nach Pfingsten nicht nur als unpersönliches Wesen Gottes, sondern als die Gegenwart Gottes in ihrer Mitte.

Hier ist nun die Dreieinigkeit darin enthalten.
Die Lehre, die Verkörperung der Urkraft Gottes und die Gegenwart Gottes in unserer Mitte, also das Zentrum.

So habe ich es einmal gelernt.

Corazon
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